Alles über den Xoloitzcuintle: (m)eine „Dogumentation“

Neulich hat der YouTube Kanal „Dogumentary TV“ ein Video über den Xoloitzcuintle veröffentlicht, in dem die amerikanische Xolo-Züchterin und Richterin im AKC, Kay Lawson, das A bis Z der Xolos kurz und umfassend darstellt. Weil sie das natürlich auf Englisch tut, habe ich mir ein bisschen Zeit genommen und die deutschen Untertitel für dieses Video erstellt. Wer Interesse hat, kann es sich hier in voller Länge ansehen. Und da ich den gesamten deutschen Text jetzt praktischerweise vorliegen habe, möchte ich ihn auch an dieser Stelle veröffentlichen und ihn hin und wieder mit meinen Erfahrungen ergänzen, oder – an wenigen Stellen – auch mal widersprechen. Alles was unkommentiert bleibt, deckt sich entweder mit meinen Erfahrungen oder den Quellen und Informationen, die ich bisher zum Thema Xolo herangezogen habe. Es folgt also eine „Dogumentation“ über den Xolo im Allgemeinen und über Dante im Speziellen. Viel Spaß beim Lesen! 😉

Alles über den Xoloitzcuintli: Der Mexikanische Nackthund

„Mein Name ist Kay Lawson. Der Name meines Zwingers ist „Azuwyn“. Ich bin Koordinatorin der Richterausbildung für den Amerikanischen Xoloitzcuintle Club (AKC). Ich bin diejenige, die den Richtern vermittelt, worauf sie bei meiner Rasse achten sollten.

Xolos sind tolle Haustiere für jemanden mit einer Persönlichkeit und einer Lebensweise, die es ihm erlaubt, mit den Hunden mitzuhalten. Sie sind sauber, weil sie entweder kein oder ein sehr kurzes Fell haben und es ist ein Fell ohne Unterwolle, also haaren sie nicht stark. Sie sind ihrem Halter gegenüber sehr, sehr loyal, wenn sie sich einmal gebunden haben. Diese Bindung ist sehr tief, persönlich und spirituell. Sie sind sehr vorausschauend und können ihre Menschen sehr gut lesen. Deshalb eignen sie sich gut als Therapiehunde, Gebrauchshunde, weil sie quasi vorausahnen können, was man von ihnen will. Wir haben Hunde, die riechen können, sie können Krebszellen riechen und wir haben Hunde, die mit Menschen arbeiten, die Anfälle bekommen können.“

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    Fuchur, ein Xolo mit langem Fell und Unterwolle ©Mirjam Medek

    Behaarte Xolos haben nicht immer ein kurzes Fell ohne Unterwolle, wie man an Dantes Bruder Fuchur beispielsweise sieht, laut seinen Besitzern haart er ziemlich stark.

  • Dass Xolos gut als Therapiehunde geeignet sind, würde ich so nicht unbedingt unterschreiben. Sie sind oft skeptisch Fremden gegenüber und brauchen eine extrem gute, umfassende Sozialisierung. Eben weil sie die Emotionen ihrer Menschen so gut lesen und vorausahnen können, bin ich mir nicht sicher wie sie reagieren, wenn der Mensch nicht „funktioniert“…

„Sie haben einen sehr starken Willen, sie sind hochintelligent, weshalb sie für niemanden als Anfängerhunde geeignet sind und man braucht wirklich Zeit, um sich mit ihnen zu beschäftigen, sie benötigen sehr viel Aufmerksamkeit, besonders dann, wenn man sie gerade erst bekommen hat. Sie brauchen ein sehr konsequentes Training.“

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Ein Xolo ist ein toller Partner, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass er anders ist… 😉
  • Konsequentes Training brauchen sie allemal, man braucht einen sehr langen Atem! Aber gerade weil Dante unser erster Hund ist, muss ich diesem Statement natürlich gewissermaßen widersprechen. Xolos sind insofern keine guten Anfängerhunde, weil sie sehr klug und willensstark sind, lange und heftig in der Pubertät sind, zu Problemen beim Alleinebleiben neigen und eine Persönlichkeit mitbringen, der man erst einmal gewachsen sein muss. ABER: Ein Xolo KANN ein wunderbarer Anfängerhund sein, wenn man bereit ist, sich voll und ganz auf diese wundervolle, aber sehr spezielle Rasse einzulassen. Wenn man sich umfassend informiert, über Hundeerziehung, -ernährung und sonstige Gepflogenheiten. Wenn man stets dazulernt und ein offenes, tolerantes Wesen hat. Einem Hundeneuling kann das durchaus leichter fallen als jemanden, der schon drei Schäferhunde hatte oder der mit einem Border Collie aufgewachsen ist. Auf der Suche nach einer Hundesitterin für Dante haben wir deshalb bewusst jemanden gesucht, der eben keine Hundeerfahrung hatte, sondern sich voll und ganz auf Dante und unsere Regeln im Umgang mit ihm einlassen konnte. Und ich würde es jederzeit wieder so machen. 

„In Amerika sagen wir „Xoloitzcuintli“. In Mexiko klingt das Ende eher wie „Skwintli“. „Xoloitzcuintli“, es ist dasselbe Wort, wir sprechen es nur nicht sonderlich gut aus. Die Rasse wurde nicht für einen bestimmten Zweck gezüchtet. Sie hat sich in einem Dschungel entwickelt. Die ersten, bzw. die ältesten Ausgrabungen, die wir finden konnten, führen zurück nach Colima in Mexiko und sie haben sie in den königlichen Gräbern gefunden als sie sie ausgegraben haben, aber es gab noch weitere Nachforschungen zu Hunden in Mexiko, weshalb uns die archäologischen Ausgrabungen zeigen, dass der Hund angefangen hat sich zu entwickeln, oder sich zu verändern, wahrscheinlich näher an vor 4000 Jahren als wir bisher angenommen hatten. Wir haben den Leuten bisher immer 3000, 3500 Jahre gesagt, aber diese Ausgrabungen zeigen jetzt, dass die Rasse, so, wie sie heute ist, ohne Fell, schon vor etwa 4000 Jahren war. Und irgendetwas ist im Dschungel passiert – ich war nicht dabei. Ich habe die Worte „Haut“ und „Pest“ in diesem Kontext gehört, irgendetwas ist also passiert, wobei es ein Vorteil für die Hunde war, ihr Fell zu verlieren. Es ist also eine natürliche Entwicklung, sie wurde nicht von außen gesteuert oder angeregt, sie ist sehr, sehr dominant bei dieser Rasse. Selbst wenn man heute einen nackten Xolo mit einer anderen Hunderasse verpaart, erhält man daraus nackte Vertreter dieser Rasse.

Als der Xolo mit den Eingeborenen zusammenlebte, als er den Dschungel erstmals verließ, hatte er eine große religiöse Bedeutung, es war etwas, was sie noch nie zuvor gesehen hatten. Es gab damals sowohl nackte als auch behaarte, aber die behaarte Variante wurde von ihnen nicht als echter Xolo anerkannt. Sie glaubten, dass die Hunde geschickt worden waren, um sie in die Nachwelt zu begleiten. Der Name leitet sich vom Gott der Nachwelt, Xolotl, und dem aztekischen Wort für Hund ,„Itzcuintli“, ab. Sie wollten also irgendwie, dass die nackten Hunde bei ihnen blieben, in etwa so wie auch der Wolf bei den Menschen blieb. Sie haben Dinge weggeworfen und die Hunde kamen und haben das gefressen also haben die Hunde schnell herausgefunden, dass, wenn sie blieben, sie an Nahrung kamen. Gleichzeitig haben die Hunde gewacht und Alarm geschlagen, wenn im Dschungel etwas passierte, das gefährlich werden konnte. So entstand eine sehr kooperative Beziehung.

Als sie erstmals [aus dem Dschungel] kamen, waren sie generell wohl eher mittelgroße Hunde. Also das, was heute ein großer Medium-Xolo oder vielleicht ein kleiner Standard-Xolo wäre. Im Laufe der der Zeit haben sie damit angefangen, weil sie sich die Anwesenheit der Hunde zunutze gemacht haben, die kleineren Hunde im Dorf zu behalten, also diejenigen, die wir Schoßhunde nennen würden, und sie haben sie wahrscheinlich in Zeiten, in denen sie keine Nahrung finden konnten, gegessen. Sie haben sie auch zu den Babys ins Bett gelegt, weil sie Wärme und Gesellschaft gespendet haben. Dasselbe galt für kranke Menschen. Wenn es einem nicht gut geht, geht nichts über einen Hund, der bei einem bleibt.

Und die größeren Hunde haben sie gehalten, um mit ihnen zu arbeiten und zu reisen. Eingeborene Völker überlebten durch Handel. Wenn sie also aus dem Landesinneren, du weißt schon, aus den Verbindungen dort, ans Meer kamen, um im Handel Fisch oder Muscheln zu erstehen, dann begleiteten diese Hunde sie in wahrscheinlich relativ großen Rudeln. Sie haben also mit ihnen gejagt, die können vielleicht jagen, das sollten Sie mal bei meinen Hunden sehen. Und sie dienten im großen Rudel zum Schutz, sie haben [die Menschen] gewarnt, wenn sich ihnen etwas genähert hat. Man konnte sie verschenken, denn das machen die eingeborenen Völker, sie machten Geschenke, wenn sie woanders waren. Und es gab kein größeres Geschenk als einen Führer in die Nachwelt, deshalb konnte man sie verschenken. Wenn man verletzt war und kein Essen hatte, gab es die Möglichkeit einen Hund zu töten und diesen zu essen, aber er hätte einen [Menschen] beschützt vor allem, das es auf ihn abgesehen hätte während der Verletzung, verstehst du, oder während man verhindert war. Also ja, sie hatten alle einen bestimmten Zweck. Die Größeren gingen mit den Läufern auf Reisen und wurden wohl als Wachhunde eingesetzt und die Kleineren blieben eher im Dorf.“

  • Dante ist ein Standard Xoloitzcuintle, also einer der großen Vertreter dieser Rasse. Dass er ein sehr guter Wachhund ist, habe ich ja bereits öfter beschrieben, aber auch ein Begleithund ist er durch und durch. Dass diese Eigenschaft wohl eher den kleineren Xolos zugeschrieben wurde, wusste ich bis zu diesem Interview zum Beispiel gar nicht. Aber auch wenn es drei verschiedene Größen gibt, es ist und bleibt nun mal dieselbe Rasse, weshalb alle Varianten wahrscheinlich beide Kerneigenschaften in sich tragen.
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Wachhund im Einsatz – Dantes liebstes Hobby

„Der Unterschied zur modernen Zucht ist der, dass wir versuchen, sie in einen Standard zu pressen, der die Schablone für Hunde ist. Es gibt also eine Richtlinie und wir versuchen alle so zu züchten, dass wir sie erreichen. Die Hunde im Dschungel hingegen wurden nicht in eine bestimmte Richtung geformt. Sie waren wahrscheinlich ein bisschen stämmiger, oder vom Körper her ein wenig schwerer. Wir sind uns da nicht ganz sicher, wir können nur nach den Knochen urteilen, die wir in den Ausgrabungen gesehen haben. Ich glaube, dass der wilde Xolo wahrscheinlich sehr gerissen gewesen sein muss und das sehen wir auch in unserer Rasse, aber es ist nicht so, wie es im Dschungel gewesen wäre, man hätte nicht überlebt, wenn man nicht die ganze Zeit auf der Hut gewesen wäre, alles hat funktioniert. Manche der Hunde, ich weiß nicht, ob Ihnen das aufgefallen ist, benutzen ihre Ohren. Sie drehen sie vor und zurück und sie können sie komplett flach anlegen oder sie stellen sie ganz auf, wenn sie etwas gehört haben. Diese Ohren funktionierten im Dschungel wie eine Art Satellit. Man musste hören können, ob etwas auf der Jagd nach einem war, man war also immer noch ein Beutetier, auch wenn man schon relativ groß gebaut war. Man brauchte außerdem all diese Sinne, um kleinere Tiere jagen zu können. Deshalb glaube ich, dass sie wahrscheinlich ein bisschen stämmiger waren, vielleicht auch ein kleines bisschen schwerer. Xolos mussten nicht auf die Jagd gehen wie der Peruanische Nackthund, der tatsächlich aktiv werden und etwas fangen musste, deshalb denke ich, sie waren ein bisschen schwerer, vielleicht ein bisschen, sagen wir mal, grob oder massiv. Ich denke, dass die Zucht mit dem Ziel, sie alle gleich aussehen zu lassen und so weiter, dazu beigetragen hat, dass sie heute ein bisschen eleganter aussehen. Wahrscheinlich, aber wir sind ja auch Züchter, die die Rasse erhalten wollen, deshalb versuchen wir, uns möglichst nah an den historischen Vorgaben zu orientieren.“

  • In diesem Absatz widerspricht sich Kay Lawson meiner Meinung nach ein bisschen. Haben Xolos nun gejagt oder nicht? Einerseits sagt sie, dass das aufgrund der Nähe zum Menschen wohl nicht unbedingt nötig war und dass sie es deshalb – im Vergleich zum Peruanischen Nackthund – wohl nicht (intensiv) getan haben. Und andererseits sagt sie, dass sie all ihre Sinne zur Jagd benötigten. Ich persönlich kann nicht behaupten, dass Dante einen Jagdtrieb hat und darüber bin ich sehr froh! Wenn unverhofft ein Reh aus dem Gebüsch springt und wegrennt, rennt er auch schon mal ein Stück mit, aber meistens lässt er sich sogar davon problemlos abrufen und wenn es sich nicht bewegt, interessiert es ihn überhaupt nicht. Auch Vögel und Mäuse lassen ihn völlig kalt und obwohl er eine sehr gute Nase hat, ist er im Wald noch nicht einer einzigen Fährte nachgegangen. Wenn überhaupt ist er eine sehr, sehr milde Ausprägung eines Sichtjägers.
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Warum sollte man Rehe jagen?
  • Ich habe aber schon von anderen Xolos gehört, deren Jagdtrieb wesentlich ausgeprägter ist. Und bezüglich der historischen Xolos kann ich mir gut vorstellen, dass sie durchaus in der Lage waren zu jagen, dies aufgrund ihrer Nähe zum Menschen aber nicht unbedingt tun mussten. Denkbar wäre auch, dass die großen Xolos, die die Menschen zur Jagd begleiteten, dies nicht taten, um FÜR die Menschen zu jagen, sondern um sie zu beschützen WÄHREND diese das taten. Für eine genauere Interpretation sind Kay Lawsons Aussagen an dieser Stelle meiner Meinung nach zu unspezifisch. 

„Xolos wurden im 19. Jahrhundert erstmals anerkannt, ich glaube im Jahr 1886 wurde der erste kleine Hund ein Champion und bekannt waren sie als Mexikanische Nackthunde. Und zu der Zeit umfasste der Rassestandard noch nicht die Standardgröße, es gab nur Mini und Toy Xolos von verschiedener Größe. Und in den Fünfzigern, Vierzigern oder Fünfzigern, gab es so wenige Exemplare, niemand interessierte sich für die Rasse und es gab auch einfach keine Züchter, wahrscheinlich weil es keine Stammbäume gab, also haben sie sie einfach gestrichen. Es war also die Aufgabe derjenigen, die sich immer noch für die Rasse interessierten, die Zuchtbücher zu verwahren, die Aufzeichnungen zu behalten und zu versuchen, alte Informationen [über die Rasse] zu finden und natürlich haben sie Unmengen an Geschichte aufgearbeitet, um herauszufinden, was es in Mexiko mit ihnen auf sich hatte, welche Größen sie dort hatten, was ihre Richtlinien sagten, was die Geschichte über die Größe dieser Hunde verriet. Also wurden [die Xolos] 2011 wieder neu aufgenommen, ich glaube dann wurden wir vom AKC wieder vollständig anerkannt. Laut den Richtlinien des AKC gibt es drei Größen, die Toys von 25,4 bis maximal 35,5 cm, die Miniatur Größe, die wir die Minis nennen, von 35,5 bis maximal 45,7 cm und die Standard Größe ab 45,7cm bis höchstens und inklusive 59,3cm, ab 60,9cm sind sie zu groß für die Rasse und das ist ein Ausschlusskriterium.“

  • Die Zahlen sind so krumm, weil es sich hier um die amerikanischen Richtlinien handelt, die ursprünglich in Zoll angegeben werden. Dante ist laut dieser Richtlinien leicht außerhalb des Rassestandards, weil er eine Schulterhöhe von 61cm hat. Zur Zucht wäre er deshalb – und weil er keine Stehohren hat und seine Großmutter eine Hündin mit Fell war – nicht geeignet.

„Der Hauptgrund, aus dem wir uns für die Rasse begeistern, oder zumindest der, aus dem ich mich für sie begeistere, weshalb es also einen Parent Club gibt, ist die haarlose Variante. Ein behaarter Xolo könnte auch für etwas anderes gehalten werden, Straßenhunde sehen oft so aus, in allen Ländern. Die steil aufgestellten Ohren, der irgendwie keilförmige Kopf, der rechteckige Körper und das kurze Fell. Das ist überall auf der Welt sehr weit verbreitet, überall gibt es solche Straßenhunde und sie alle können unter dieser Art Aussehen zusammengefasst werden. Das zeigt, dass wahrscheinlich viel von den Urhundrassen mit dort hineingeflossen ist. Wenn man Xolos züchtet, kann man zwei nackte Hunde verpaaren und erhält dennoch auch behaarte Xolos. Und wenn man behaart und nackt verpaart, erhält man auch definitiv nackte, ich meine, behaarte Xolos. Und wenn man zwei behaarte Xolos verpaart, erhält man ausschließlich behaarte. Die Verpaarung von zwei behaarten Xolos widerspricht irgendwie dem Zweck einer nackten Rasse, das ist zumindest meine Meinung, aber es ist erlaubt, das zu tun.“

  • Von Bekannten mit behaarten Xolos habe ich tatsächlich auch schon gehört, dass ihre Hunde oft für Straßenhunde gehalten werden. Sie haben das unterschiedlichste Fell und es ist nicht immer kurz und ohne Unterwolle! Dante stammt aus einer nackt-nackt Verpaarung und einem Wurf mit zwölf Welpen, von denen vier behaart zur Welt gekommen sind.
  • Auch wenn der Kern der Xoloitzcuintle-Zucht sicherlich bei den nackten Hunden liegt, sind die behaarten Xolos nichtsdestotrotz vollwertige Xolos mit allen Merkmalen und Eigenschaften! Sie erweitern den Genpool dieser Rasse beträchtlich und sind ebenso wertvolle, spirituelle und charismatische Tiere wie ihre nackten Geschwister, wenn sie wohl auch oft ein bisschen eigenständiger und unabhängiger sind.
  • Wissenswert ist außerdem, dass die nackten Xolos häufig ein unvollständiges Gebiss haben, weil die Anzahl der Zähne genetisch mit der Nacktheit gekoppelt ist. In der Regel fehlen die Prämolaren, bei Dante sogar auch die Fangzähne. Das ist aber kein Makel oder in irgendeiner Weise besorgniserregend. 😉 Die behaarten Xolos hingegen haben ein vollständiges, starkes Scherengebiss.
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Dantes Wurf: Ein bunter Haufen Xolo-Babys mit und ohne Fell ©Alla Slavin

„Diese Hunde können ein wenig zurückhaltend sein, sie können reserviert sein. Sie dürfen aber niemals aggressiv sein. Vergessen Sie nicht, dass die Richtlinien, die der AKC herausgibt, das beinhalten, was sie bei einer Hundeshow erwarten. In der Realität hat man einen urtümlichen Überlebenskünstler. Sie sind sehr intelligent und bekommen einfach alles mit, egal ob man ihnen etwas beibringen wollte oder nicht. Sie ahnen alles schon im Voraus, weshalb sie oft schon ihre Schlüsse ziehen, bevor man das selbst überhaupt tut, was ihnen öfter mal Ärger einbringt. Wenn man sie nicht beschäftigt, trainiert, unterhält, dann unterhalten sie sich selbst und öfter als einem lieb ist, tun sie etwas, das sie nicht tun sollen. Sie können ziemlich manipulativ sein und sie sind urtümliche Tiere, denen das Wachen im Blut liegt, weshalb es zuhause ihr natürlicher Instinkt ist, aufmerksam zu sein für den Fall, dass Gefahr im Verzug ist oder gar ein Fremder. Und die größeren Exemplare neigen dazu, Wachhunde zu sein, sie sind das mit Leib und Seele. Bei einer Hundeshow sollte man niemals einen aggressiven Hund zeigen, sie dürfen reserviert sein, aber nicht ängstlich. Sie sind wie alle anderen Hunde: Wenn man ihnen das gibt, was sie brauchen, dann geben sie es zehnfach zurück und man hat einen wirklich tollen Hund.“

  • All das kann ich bestätigen und möchte noch einmal betonen, wie wichtig eine gute Sozialisierung ist! Dante war als Welpe eher reserviert, neuem gegenüber teilweise sogar ängstlich. Wir haben von Anfang an darauf geachtet, sein Selbstbewusstsein zu stärken, ihn dazu zu ermutigen, auf potentielle Gruselmonster zuzugehen, sich zu überwinden und dafür belohnt zu werden. Ich denke, dass auch meine Erfahrung mit dem Fluchttier Pferd diesbezüglich sehr hilfreich war. 😉 Heute sehe ich ihm zwar noch an, wenn ihm etwas nicht geheuer ist, aber für Außenstehende ist das kaum wahrzunehmen. Meist ist es nur ein leichtes Zucken, zum Beispiel vor einem plötzlich raschelnden Müllsack beim nahen Vorbeigehen, und Dantes zweiter Impuls ist es meistens sofort, sich die Sache genauer anzusehen. 
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Wasser ist (noch) nicht vertrauenswürdig, aber Dante schlägt sich tapfer ❤
  • Auch Menschen gegenüber ist er insgesamt sehr aufgeschlossen und überrascht mich immer wieder. Es gibt nur wenige, denen er nicht traut und zu denen er keinen Kontakt möchte und ich muss sagen, dass ich mich inzwischen sehr auf seine Menschenkenntnis verlasse und sein Urteil durchaus Auswirkungen auf meine Sympathien für andere Menschen hat.

„Es gibt andere Rassen, die die DNS der Xolos verwenden, um sie zu verbessern. Wir haben niemals absichtlich andere Hunde in die Rasse der Xolos aufgenommen. In einer so langen Geschichte gibt es auch andere Rassen, die eingekreuzt wurden. Als die Spanier kamen, kamen sie mit großen Kriegshunden und sie liefen frei herum und Xolos wurden damals nicht in Zwingern gehalten, weshalb eine läufige Hündin als Ursache für die Vermischung der beiden Rassen ausreichte. Wenn die Hunde mit ihren Besitzern verreisten, ein Hund von einer Farm oder ähnlichem, und es zufällig eine läufige Hündin war, oder wenn jemand in ein Dorf kam und einen Hund hatte, dann wurden mit der Zeit viele Rassen eingekreuzt, aber die Xolos kehren immer wieder zu ihrem ursprünglichen Aussehen zurück. Ich glaube, dass der Peruanische Nackthund, dass diese beiden Rassen miteinander verwandt sind. Überall in Südamerika bis ganz nach unten in all diesen Ländern kamen natürlicherweise nackte Hunde vor. In, ich glaube Argentinien, gibt es den Khalo, ich kann es nicht aussprechen, K-H-A-L-O, Khalo, oder irgendwie so und es gibt noch andere Hunde in den anderen Ländern, die kein Fell haben. Ich glaube, das kommt durch den Handel mit den Xolos mit den Indianern, denn für die Indianer gibt es keine Grenzen, die durch den Sand verlaufen, also haben sie diese Hunde wahrscheinlich überall mit hingenommen, wohin sie gereist sind.

Ein gutes Zuhause für einen Xolo ist bei jemanden, der aktiv ist, sie brauchen viel Beschäftigung. Sie brauchen ein bisschen Platz, wo sie sich bewegen können, ein gut eingezäuntes Grundstück ist optimal. Man muss kein riesiges Grundstück haben solange man dafür sorgt, dass man mit seinem Hund rausgeht oder ihn beschäftigt. Man muss nicht auf Ausstellungen gehen, um einen Hund zu unterhalten, es gibt Millionen andere Dinge, die man tun kann. Am Fluss wandern, in den Bergen wandern, es gibt Barn Hunts und alle möglichen Beschäftigungen, die nicht nur den Körper, sondern auch den Geist fordern, denn der Geist ist es, auf den es bei diesen Hunden ankommt, er ist das, was man in Form halten muss. Wenn man nicht aufpasst, wie sie sich diesbezüglich entwickeln, bekommt man schnell einen Hund, der außer Kontrolle ist. Und man muss dabei beachten, dass sie heutzutage ziemlich groß sind, sie sind sehr stark, und sogar Hunde, die von mir aufgezogen wurden, die ich habe seit sie auf der Welt sind, sagen mir, was sie von mir erwarten, sie haben mich gut dressiert.“

  • Auch das kann ich bestätigen, ein Xolo sagt sehr deutlich, was er möchte und was nicht. 😉 Deshalb sind Routinen und gute Beschäftigung das A und O. Und damit meine ich wirklich qualitativ gute Beschäftigung, nicht quantitativ. Wie ich hier schon öfter geschrieben habe, ist es meiner Meinung nach unerlässlich, einem Hund Ruhe und Entspannung beizubringen, aber das kann natürlich nur funktionieren, wenn auch der Gegenpart, also die Beschäftigung mit dem Hund stimmt. Und dabei darf es niemals um die Anzahl der Stunden oder der Kilometer oder der Hundebegegnungen oder der Spielzeuge gehen. Lieber qualitativ hochwertig und sinnvoll in kürzeren Einheiten mit dem Hund interagieren als ewig lang und voller Action. 
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Wandern mit Hund – eine unserer liebsten Beschäftigungen

„Gesundheitliche Probleme tauchen bei einer Hunderasse im Laufe der Zeit auf und wir sind noch relativ jung. Und der Parent Club war sich darüber im Klaren, dass diese Dinge irgendwann wohl auftauchen würden. Es gab nur leider keine wirklich guten medizinischen Aufzeichnungen, wir haben nicht einmal was aus Mexiko gehört über das, was ihnen aufgefallen ist. Für den AKC wurden also Tests empfohlen, dass die Hüfte kontrolliert wird (OFA), sie röntgen und stellen fest, ob das Hüftgelenk in Ordnung ist, damit [die Hunde] keine Hüftgelenksdysplasie bekommen. Wir haben für die Minis und Toys verlangt, dass die Patella, also das Kniegelenk, kontrolliert wird, weil es bei den kleineren Hunden dazu neigt, herauszuspringen. Wir lassen ihre Augen kontrollieren, um sicherzugehen, dass sie keine genetischen Augenprobleme vererben und wir verlangen Kardiotests, einfach weil es sich hier um einen waschechten Hund handelt, der viel Auslauf braucht, und weil wir sicher sein wollen, dass die Herzen gesund sind. Außerdem wissen wir, dass in ihrer Geschichte, zu irgendeinem Zeitpunkt, Manchester Terrier und Zwergpinscher eingesetzt wurden, um eine gewisse Größe zu festigen. Zwergpinscher wurden bei den Toys eingesetzt, um diese Größe zu festigen und Manchester Terrier für die mittlere Größe. Das heißt nicht, dass jeder Züchter das gemacht hat, aber bekannte Züchter, deren Hunde es überall auf der Welt gibt, haben das gemacht. Bei diesen beiden Rassen wissen wir, dass es Probleme gibt, das eine ist  das Von Willebrand Syndrom, worauf man in unserer Rasse sehr genau achten sollte, was in unserer Rasse aber noch nicht festgestellt wurde. Wenn Leute anrufen oder Hilfe brauchen, handelt es sich meistens um ein Hüftproblem, es breitet sich langsam aus. Je mehr Hunde gezüchtet werden, desto öfter wird man es sehen. Wir haben also Hüftprobleme festgestellt. In Mexiko muss man, um Champion zu werden, einen OFA Test absolvieren. Man kann also seinen Hund ausstellen, aber wenn er diesen Test nicht besteht, bekommt man den Titel nicht. Wir haben diesbezüglich also großes Glück, dass wir viele Hunde aus Mexiko importiert haben und sie dort bereits mit diesen Gesundheitstests begonnen hatten. Wir hatten auch schon mal mit Herzproblemen zu tun, aber heutzutage mit dem modernen Hundefutter, das Kardiomyopathie verursacht, eine Erweiterung des Herzmuskels, wissen wir nicht ob es in der Rasse vorkommt, oder ob es am Hundefutter liegt. Wir haben das bisher noch nicht oft gesehen, also hoffen wir mal sehr, dass es am Hundefutter liegt.“

  • Gerade das Thema Gesundheit hat stark dazu beigetragen, dass wir uns für einen Xolo entschieden haben. Uns war es wichtig, einen „gesunden“ Hund zu uns zu holen, also einen, dessen Zucht nicht bereits dafür verantwortlich ist, dass gewisse gesundheitliche Probleme quasi vorprogrammiert sind. Xolos sind sehr urtümlich und wie Kay Lawson beschreibt, wird in der Zucht stark darauf geachtet, dass das auch so bleibt. Gesundheitliche Probleme haben wir bei Dante bisher glücklicherweise nur in Form von Futtermittelunverträglichkeiten und -allergien festgestellt. Das Trockenfutter, das er früher bekommen hat, war aus diesem Grund getreidefrei und mit der Zeit haben wir festgestellt, dass Dante Puten- und Hirschfleisch nicht verträgt.

„Naja, sie sind, also jeder Hund ist sehr individuell, weshalb die Hautpflege immer vom Hund abhängig ist. Einerseits gibt es Welpen, die geboren werden, und die überhaupt keine Haare haben, sie haben nicht mal Wimpern und sie haben vielleicht niemals auch nur einen Makel. Und dann gibt es wiederum Welpen, die Haare oben auf dem Kopf haben oder auf den Pfoten, manche haben sogar am ganzen Körper relativ viel Fell. Viele Haare bedeuten, dass sie offene Haarporen haben, in denen sich dann Talg und tote Hautschuppen sammeln und das kann dann leicht zu Mitessern führen. Bei jeder hormonellen Umstellung während der Pubertät kommt es zu Ausbrüchen, bei denen sich Talg unter der Haut sammelt. Dieser bricht dann aus und es bilden sich Mitesser, ganz ähnlich wie bei uns Menschen. Meinen Welpenbesitzern sage ich deshalb oft, dass sie durchhalten sollen. Ihr habt ein Jahr, ein ganzes Jahr, um euch daran zu gewöhnen. Es wird zu einem Ausbruch kommen, den werden wir überstehen und ihn dann bereinigen. Vier oder fünf Monate später, wenn wir dann die nächste hormonelle Umstellung durchmachen, wird es wieder einen geben. Es ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Ich bin jetzt seit zwanzig Jahren dabei, habe also jede nur erdenkliche Behandlung ausprobiert. Wir benutzen eine antibakterielle Seife, mit der wir sie waschen, um die Haut erstmal zu reinigen. Wenn sie einen Akne-Ausbruch haben, verwende ich zum Beispiel Stridex, diese Akne-Seife und so weiter, die man sonst für das Gesicht verwendet. Neutrogena funktioniert sehr gut. Wenn es ein wirklich heftiger Ausbruch ist, schlagen wir vor, die Haut testen zu lassen, weil sie sonst keinen Schutz hat. Es kann dann zu bakteriellen Infektionen kommen, die unter die Haut wandern und es kann zu Staphylokokken-Infektionen kommen. Aber hauptsächlich geht es nur darum, sie hin und wieder einmal ordentlich zu waschen, es damit aber nicht zu übertreiben, denn dadurch produziert die Haut mehr Talg. Und man sollte bei ihnen keine schweren Öle verwenden. Wir benutzen Öl, gerade wenn es so heiß ist wie im Moment, denn dann trocknet die Haut aus und dagegen verwenden wir Öl. Manche Leute bevorzugen Kokosöl, andere schwören auf Mandelöl. Die Empfehlung ist auf jeden Fall, keine schweren Öle zu verwenden, denn das verstopft die Poren und macht alles noch viel schlimmer. Mit ungefähr neun bis zwölf Monaten sieht man aber auch, wie es deutlich weniger wird und als erwachsene Hunde haben meine überhaupt keine mehr.“

  • Unter der Aussage: „Ihr [Welpenbesitzer] habt ein Jahr, ein ganzes Jahr, um euch daran zu gewöhnen“, verstehe ich das Jahr, das mit der Trächtigkeit der Mutterhündin anbricht und in etwa zu Beginn des zweiten Lebenshalbjahrs des Welpen endet. Denn dann wissen die meisten zukünftigen Hundebesitzer schon, dass bald ein Welpe bei ihnen einziehen wird und mit etwa einem halben Jahr beginnt die Pubertät. Es gibt also ungefähr ein Jahr lang Vorlauf, in dem man sich darauf vorbereiten kann, dass der Hund später eine gewisse Hautpflege benötigen wird.
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Duschen ist doof, muss aber manchmal sein
  • Die Hautpflege bei einem Xolo ist in der Regel völlig unkompliziert, wenn man herausgefunden hat, welche Pflege zu dem jeweiligen Hund und Hauttyp passt. Wir verwenden eine sensitive Hundeseife mit dem für Hunde passenden pH-Wert, denn der unterscheidet sich tatsächlich von dem des Menschen! Diese Seife kommt völlig ohne Zusatzstoffe aus und hat eine leicht rückfettende Wirkung. Damit duschen wir Dante höchstens ein- bis zweimal im Monat und cremen ihn anschließend mit einem hochwertigen Kokosöl ein. Dieses Öl kommt auch zum Einsatz, wenn seine Haut zwischendurch trocken wird. Und damit meine ich so trocken, dass er anfängt, sich zu kratzen. 😉 Denn was für uns Menschen schon nach relativ trockener Haut aussieht ist für einen Xolo völlig normal und man tut ihm keinen Gefallen damit, wenn man es mit der Pflege übertreibt. Auch Kakaobutter und Olivenöl haben wir schon ausprobiert, aber beides war für Dantes eher trockenen Hauttyp nicht geeignet. Während der Pubertät hatte er phasenweise extrem viele Mitesser, aber durch gutes Futter, die richtige Pflege und mit dem Alter sind sie inzwischen so gut wie weg. Eine extrem unreine Haut kann ihren Ursprung allerdings auch in falschem Futter oder anderen Allergien haben.

„Wir sagen den Leuten normalerweise, dass 15 bis 17 Jahre eine normale Lebenserwartung für einen gesunden Xolo ist, aber es kommt natürlich immer darauf an. Sorgen Sie dafür, dass er aktiv ist, geben Sie ihm gutes Futter, denn das verlängert Ihre Zeit mit ihnen. Der Lebensraum bestimmt in der Regel die Zeit, die der Hund draußen verbringen kann. Ich bin fest davon überzeugt, dass es mental sehr gut für sie ist, draußen Zeit zu verbringen. Ich weiß, dass es Leute gibt, die ihre Hunde gar nicht rauslassen, weil sie Angst haben, dass ein Habicht sie fängt, oder dass Leute sie stehlen könnten. Durch unsere Eingriffe in die Natur kommen auch Kojoten den menschlichen Behausungen immer näher. Was ihre Wetterbeständigkeit angeht, kommen sie mit Hitze sehr gut zurecht. Sie kommen aus einer sehr, naja, heißen Gegend. Sie kommen mit der Hitze ziemlich gut zurecht und sie lieben es, in der Sonne zu brutzeln. Oftmals muss man einen Xolo sogar reinrufen, wenn sie draußen sonnenbaden, weil sie in der Sonne einfach einschlafen und draußen liegen bleiben, auch wenn es noch so heiß ist. Und dann hecheln sie und sind ganz heiß, wenn sie wieder reinkommen, aber sie lieben die Sonne einfach und sie lieben es, ihre Wärme in sich aufzunehmen. Sie gehen auch raus und spielen im Schnee, zwanzig Minuten vielleicht, aber dann kommen sie wieder rein, weil ihre Pfoten kalt sind. Wenn man in Kanada lebt, sind sechs Monate lange Winter nicht ungewöhnlich, also können sie diese Zeit nicht draußen verbringen und man kann sie bei diesen Schneemengen nicht einfach draußen lassen.“

  • Xolos sind absolute Sonnenanbeter! Es gab bei uns schon Tage, insbesondere im Frühling, an denen Dante kaum zur Ruhe kam, weil er regelrecht den Sonnenflecken auf dem Fußboden hinterhergereist ist und die Sonne bereits immer weiter gewandert war bis er sich endlich hingelegt hatte. Wir waren dann natürlich die Schuldigen, was fällt uns schließlich ein die Sonne immer wieder auszuschalten?! 😀
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    In der Sonne liegen und auf erlaubten Gegenständen herumkauen – sehr gut! 😀

     

  • Bezüglich der Kälte im Winter lässt sich durch gute Hundekleidung natürlich Abhilfe schaffen! Da es uns wichtig ist, dass sich Dante bei jeder Witterung draußen möglichst wohlfühlt, hat er eine ganz beträchtliche Garderobe, aber wie so Vieles ist auch das Kälteempfinden von Hund zu Hund unterschiedlich. Für Dante gilt als Faustregel, dass er etwa ab 10°C leichte Kleidung braucht.

„Als frisch gebackener Besitzer muss man sich daran gewöhnen, dass am Anfang, wenn der Hund gerade erst einzieht, nichts einfach so herumstehen sollte. Alle Welpen kauen auf den verschiedensten Dingen herum, das muss man sich bewusst machen und das dann mal zehn nehmen. Keine Geldbeutel herumliegen lassen, keine Schuhe. Ich rate meinen Kunden immer dazu, ihre Teppiche aufzurollen. Wenn man seine Teppiche aufrollen kann und sie vom Boden entfernen kann, sollte man sie auf den Speicher bringen, denn man möchte nichts herumliegen haben, worauf sie kauen können. Man kann sie auch nicht unbeaufsichtigt lassen, dann knabbern sie die Möbel an. Die Ecken von Beistelltischen werden verschwinden, sie werden das Sofa zerreißen, sie werden die Ecken an den Küchenschränken anknabbern. Man muss also wirklich Zeit haben, um sie zu beaufsichtigen. Die nackten sind ziemlich sauber, man muss sich natürlich nicht mit dem Fellwechsel und solchen Dingen herumärgern. Ihre Ruten sind extrem muskulös und sind wie Peitschen. Wenn man also gerne viel Dekoration auf den Beistelltischen herumstehen hat, sollte man sie wegräumen.“

  • Die von Kay Lawson geschilderte Zerstörungswut eines jungen Welpen kann ich mir gut vorstellen, habe sie aber zum Glück nie erlebt. Dante kam nicht einmal auf die Idee, in Möbel zu beißen. Ich bin auch diesbezüglich sehr froh, dass wir durch den Traumhundgenerator so gut vorbereitet waren, dass wir alles weggeräumt und abgesichert haben, bevor Dante einzog. Auch eine gute Beißhemmung haben wir ihm von Anfang an antrainiert. Wir haben außerdem dafür gesorgt, dass er genügend Möglichkeiten hatte, seinem Kaubedürfnis (insbesondere im Zahnwechsel!) nachzukommen. Er hat während dieser kauintensiven Phase lediglich zwei Dinge angekaut, bzw. gefressen, die nicht für ihn geeignet waren: mein Laptop-Ladekabel und ein Teelicht. Beides ist glimpflich ausgegangen und nie wieder vorgekommen. 😉 Ansonsten ist Dante völlig harmlos und friedlich, er liebt es, „verbotene“ Dinge (Socken, Flip-Flops) auf „seinen“ Teppich im Wohnzimmer zu tragen, aber er würde sie niemals kaputt machen, bzw. nicht einmal Zahnabdrücke darin hinterlassen. Er hortet sie auch nicht, weshalb wir ihm diesen Spaß gerne gönnen.
  • Die Rute eines Xolos ist tatsächlich wie eine Peitsche und es tut höllisch weh, wenn sie einem gegen die Beine klatscht, wenn der Hund sich schüttelt! Vom Tisch gefegt hat er damit allerdings noch nie etwas. Als Welpe hat Dante sich die Rute jedoch mindestens einmal ziemlich stark verletzt als er sich im Türrahmen geschüttelt hat. Sie ist natürlich nicht von Anfang an stark und muskulös und der kleine Welpe wird es einem vermutlich danken, wenn man das im Hinterkopf behält und ihm diese schmerzhafte Erfahrung ersparen kann.

„Sie sind wirklich extrem ungewöhnlich, ich meine, wenn man die Zeit hat, um sie zu trainieren, und die Geduld, denn das Training muss jeden Tag stimmen. Sie wollen jeden Tag aufs Neue wissen, ob die Regeln von gestern immer noch gültig sind. Das machen sie ungefähr ein Jahr lang und dann versuchen sie, die Grenzen auszureizen. Sie probieren dann regelrecht aus: „Dachtest du wirklich, ich würde das nicht tun?“ Und sie werden es auch dann versuchen, wenn man ihnen gerade gesagt hat, dass sie das nicht sollen. Man muss also unbedingt Geduld haben und eine sehr gut funktionierende Routine und man muss in der Lage sein, sie auszulasten. Sie sind treuer als alle anderen Hunde, die ich kenne. Natürlich sind Hunde aller Rassen ihren Besitzern gegenüber loyal. Jeder Hundebesitzer überall auf der Welt findet natürlich, dass sein oder ihr Hund auf seine Art etwas ganz Besonderes ist. Man muss mit einem Xolo zusammenleben, um zu verstehen, wie anders sie sind. Diese Art, die sie an sich haben, ihr überlegtes Denken, sie schätzen einen ab und durchleuchten ständig das Innerste ihrer Besitzer. Es gibt nichts Vergleichbares zu dem Gefühl, wenn man irgendwo sitzt und herüberschaut und sieht, wie der eigene Hund einen ansieht, denn es fühlt sich wirklich so an, als könnten sie tief in die Seele schauen. Ich bin natürlich parteiisch, das ist meine Rasse, ich liebe diese Rasse und es wird meine letzte sein. Aber die Eingeborenen, sie dachten, diese Hunde seien spirituell und ich kann das verstehen, sogar heutzutage, warum sie so empfanden. Sie wissen, wenn man krank ist und sie kümmern sich um einen. Sie wissen, wann ich eine Migräne bekomme, bevor ich es selbst weiß und sie fangen an, Verhalten zu zeigen, das mir sagt, dass ich mich an einen Ort zurückziehen sollte, an dem ich mich hinsetzen und einfach abschalten kann. Ihre Treue hält bis zum Tod und in manchen von ihnen löst das Stress aus, sie können es einfach nicht ertragen, ohne einen zu sein, sie wollen zu ihrem Menschen. Wenn sie sich sicher sein können, dass man nicht einfach verschwindet, dass man sie nicht zurückgelassen hat, dass man sie nicht ausgesetzt hat oder was auch immer, dann werden sie etwas unabhängiger, aber sie haben einfach etwas an sich, das über das Verhalten aller anderen Hunde, die ich je gesehen habe, hinausgeht. Sie sind tolle Hunde, aber sie eignen sich nicht für jeden.“

  • Dieser Absatz fasst Vieles wunderbar zusammen, was wir genauso erlebt haben: ein geregelter Tagesablauf und eine gute Routine sind das A und O. Ich hätte nie gedacht, dass sie im Leben eines Hundes eine so große Rolle spielen können!
  • Zum Thema Geduld kann ich nur sagen: man KANN nicht genug davon haben. 😀 Meine Geduld hat Dante wirklich schon oft bis aufs Äußerste strapaziert und mich damit zu einem wesentlich ruhigeren, gefassteren, konsequenteren Menschen gemacht als ich es je für möglich gehalten hätte. Es lohnt sich sooo sehr, dran zu bleiben!
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Alleinebleiben ist eigentlich gar nicht so schlimm…
  • Das Alleinebleiben hat bei Dante tatsächlich erst nach unermüdlicher Wiederholung und gutem Timing bezüglich der Rückkehr ins Haus funktioniert. Es ist unerlässlich, genau dann zurückzukommen, wenn der Hund alleine noch keinen Stress verspürt, gerade bei einem Xolo. Dante musste sich vollkommen sicher sein, dass wir absolut immer zurückkommen, ihm nichts Unerträgliches zumuten und dass er alleine schön entspannen kann. Es ist immer noch eine Menge Arbeit, aber inzwischen kann Dante vormittags gut drei Stunden alleine bleiben, wenn die Routine stimmt.

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