Dante und seine „Geschwister“

Heute möchte ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und von Dantes Verhältnis zu seinen Geschwistern erzählen. Obwohl er mit 11 Vollgeschwistern und 28 Halbgeschwistern schon eine ganz beträchtliche Sippe vorweisen kann, geht es in diesem Beitrag um ihn und seine „Adoptivgeschwister“ Donar und Fenris – unsere anderen beiden Tiere. 🙂

Fenris, der Zwerghamster, und Dante kennen sich leider nur durch Glas, haben aber durchaus ein freundliches, gegenseitiges Interesse aneinander. Als Dante bei uns einzog hat sich Fenris, der sonst mehrfach täglich und insbesondere zu den Mahlzeiten zu Besuch war, wochenlang nicht blicken lassen und seine Aktivitäten ausschließlich auf nachts verschoben. Er hat also gemerkt, dass hier irgendetwas komisch war, aber da er sowieso ein eher schüchterner Zeitgenosse ist, haben wir ihn einfach in Ruhe gelassen, damit er selbst entscheiden kann, wann er sich wieder sicher fühlt. Nach ungefähr zwei Monaten war das der Fall, sodass er sich nur noch dann in sein Häuschen zurückgezogen hat, wenn Dante in der Küche war, wo auch sein Nagarium steht.

Als Dante schließlich groß genug war, um über die Tischkante gucken zu können, hatte Fenris seine Scheu längst abgebaut und hatte auch keine Angst mehr, als Dante seine Anwesenheit anfangs mit irritiertem Bellen quittiert hat: „Da läuft was über euren Tisch, seht ihr das denn nicht?!“ 🙂 Aber auch das hat sich sehr schnell eingestellt und mittlerweile kommen beide oft zur Scheibe und schauen sich gegenseitig an. Leider lässt Fenris sich nicht auf die Hand nehmen und hätte definitiv Stress, wenn wir ihn rausholen würden, aber seinen extrovertierten Vorgänger Vergil hätten wir ganz bestimmt mit Dante bekannt gemacht. Ich bin nämlich überzeugt, dass Dante keinem der beiden Hamster ein Haar krümmen würde, sondern lediglich gern einmal schnuppern möchte. 😉 Aber es ist überhaupt nicht schlimm, dass das nicht geht. Durch die Scheibe ist ja auch ganz nett:

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Nur mal Hallo sagen

Mit Donar, meinem Pferd, verhält es sich da schon anders: die beiden sind inzwischen richtig gute Freunde. ❤ Wir haben Dante von Anfang an mit in den Stall genommen und großen Wert darauf gelegt, dass er Pferde mag. Trotzdem hatte er natürlich anfangs ziemlichen Respekt vor diesen riesigen Ungeheuern, sodass er die ersten Male immer nur auf Distanz und durch Zaun oder Gitter getrennt mit ihnen zu tun hatte. Als das alarmierte Bellen irgendwann aufhörte, habe ich Donar aus dem Stall geholt und wir sind zusammen spazieren gegangen: Theo mit Dante, ich mit Donar. Kontakt gab es immer noch keinen, aber ein erstes Kennenlernen und ausprobieren, wie die beiden sich finden.

Mit Donar habe ich sowieso in jeglicher Hinsicht großes Glück und mit seinem Verhältnis zu Hunden ist es nicht anders. Er ist mit Hunden aufgewachsen und kennt es, dass sie nah um ihn herum laufen oder auch mal lautstark in seiner Nähe bellen und stört sich daran nicht im Geringsten. So hat er auch Dante von Anfang an links liegen lassen, bis der Kleine nach einigen gemeinsamen Spaziergängen in Gelände und Reithalle mutig genug war, die großen, haarigen Beine mal anzuschnuppern. 🙂

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Näher hat Dante sich anfangs noch nicht ran getraut

Wenn Donar dann den Kopf gesenkt hat, um sich das kleine Wusel ebenfalls mal aus der Nähe anzusehen, ist Dante zwar noch einige Male laut protestierend zurück gesprungen, hat aber schon bald seine Scheu abgebaut, sodass ein erstes, zwar noch etwas verkrampftes, aber schönes Foto entstehen konnte. Danach ist er dann auch ganz schnell wieder aufgesprungen.

Nach vielen gemeinsamen Spaziergängen und inzwischen auch Ausritten folgten bald die ersten, bei denen Dante in Donars Gegenwart frei laufen durfte und dann wurde es nochmal richtig spannend: meine größte Angst war, dass Donar ihm mit seinen großen Hufe auf die Pfoten treten könnte und deshalb war ich sehr angespannt. Aber, da ich mit ihm ein wirklich unheimlich souveränes Pferd an meiner Seite habe, hat Donar die Situation einfach geregelt: immer wenn Dante mitten auf dem Weg zum Schnuppern stehen geblieben ist und Donar so nah ran kam, dass es langsam brenzlig wurde, hat er den Hals lang gemacht und den Kleinen ganz sanft mit der Nase angestupst, so als wollte er sagen: „Hey, Kleiner, du musst schon weitergehen, wenn ich dir nicht aus Versehen auf die Pfoten treten soll.“ Und Dante jedes Mal: „Ach ja, sorry, danke für die Erinnerung.“ Völlig unerschrocken ist er dann einfach weiter getrabt, bis die Situation erneut auftrat und sich dieser Ablauf wiederholt hat. 🙂

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Meine Jungs ❤

Toll, oder? Und inzwischen kann ich völlig entspannt mit beiden alleine ausreiten oder spazieren gehen, auch ohne Theo, der im Stall ja nicht immer mit dabei ist. Manchmal allerdings schon und dann ist er für Dante zuständig, während ich mich vor allem um Donar kümmere.

Das größte Problem besteht tatsächlich bei der Leckerli-Verteilung. 🙂 Da wir Dante größtenteils über positive Verstärkung trainieren, bekommt er unterwegs sehr viele Leckerli – wann immer er etwas gut gemacht hat. Donar bekommt auch seine Möhrchen, allerdings nicht so häufig und auch nicht jedes Mal, wenn Dante was bekommt. Das hätte er allerdings gern und so hat er anfangs – inzwischen geht es besser – immer, wenn Dante dabei war, seine Möhrchen eingefordert, wenn Dante belohnt wurde. Er ist dann ganz stur stehen geblieben, oder wollte zuerst an meiner Hand sein, oh Mann. Ich habe ihm sogar mal Hundeleckerli hingehalten, damit er merkt, dass sie nichts für ihn sind. Daraufhin hat er dann beleidigt den Kopf weggedreht, so nach dem Motto: „Was soll ich denn damit? Weißt du nicht, dass die nicht für Pferde sind?“ Er ist wirklich eine Persönlichkeit… ❤

Im Nachhinein ist mir auch aufgefallen, dass er anfangs wohl ziemlich eifersüchtig auf Dante war. Zwei Jahre lang hatte ich schließlich nur Augen für ihn und dann war da plötzlich ständig dieser kleine Wirbelwind dabei, der – trotz Theos tatkräftiger Unterstützung – beinahe meine gesamte Aufmerksamkeit beanspruchte. Und nun konnte ich auch nicht mehr jeden Tag kommen, sondern es gibt leider immer noch ein bis zwei Tage pro Woche, an denen ich Donar nicht sehe. Das ändert sich jedoch glücklicherweise ab April, wenn Theos Arbeitsverhältnisse uns wieder mehr Freiraum bieten. Jedenfalls war Donar in den ersten gemeinsamen Monaten den anderen Pferden gegenüber gereizter, aufbrausender und weniger geduldig. Aber Dante gegenüber ist er stets sanft und lieb geblieben. Wenn ich ihn jedoch  zurück in die Herde gestellt habe, hat er die anderen Pferde weggeschickt und von mir ferngehalten, damit er mich ganz für sich hatte. Und weggehen wollte er auch nicht, er hat mir oft noch lange vom Tor aus nachgesehen…

Doch inzwischen hat sich das auch wieder eingependelt und er ist wieder sein altes, souveränes, gelassenes Selbst. Aber der Familienzuwachs war für ihn wohl auch eine Herausforderung, obwohl ich mir sicher bin, dass die beiden sich mittlerweile sehr mögen. Inzwischen sehen gemeinsame Fotos auch nicht mehr so verkrampft aus.

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Was er wohl gerade denkt..? 🙂

2 Kommentare zu „Dante und seine „Geschwister“

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