Allein allein…

Die Schonfrist ist vorbei! Seit Anfang November 2018 sieht unser, aber vor allem Dantes Alltag völlig anders aus und es ist an der Zeit, einmal von unserer mit Abstand größten Dauerbaustelle zu erzählen: dem Alleinebleiben. Zum ersten Mal seit Dante zu uns gehört sind mein Mann und ich nun gleichzeitig beruflich eingebunden. Diesen Zeitpunkt haben wir von Anfang an gefürchtet und alles gegeben, um ihn so gut wie möglich darauf vorzubereiten. So wie auf dem Foto oben sieht es aber leider (noch) nicht aus. 😉

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Du willst doch wohl nicht arbeiten, oder?

Als Dante zu uns kam waren wir beide noch Studenten, ich war kurz vor meinem Staatsexamen und mein Mann schrieb seine Abschlussarbeit, um ein halbes Jahr nach mir ebenfalls sein erstes Staatsexamen zu absolvieren. Und mittendrin dieser kleine, völlig aufgedrehte, hilflose Welpe, der an uns klebte wie ein Kaugummi. Wir waren anfangs zeitlich sehr eingebunden, hatten jedoch das große Glück, dass wir niemals gleichzeitig arbeiten mussten. Und diesen Zustand konnten wir auch tatsächlich etwa fünfzehn Monate lang aufrecht erhalten und wussten, wir mussten alles geben, damit wir eines Tages beide gleichzeitig auf die Arbeit gehen können ohne dass Dante darunter leidet.

Die vergangenen Monate waren diesbezüglich wirklich mühsam und enorm kräftezehrend, denn die Arbeit, die in das Alleinebleiben hineingeflossen ist, kann man sich nicht vorstellen. Von Anfang an haben wir in allerkleinsten Schritten das Alleinebleiben geübt, Pläne geschrieben, unseren Alltag komplett auf den Kopf gestellt und waren im Oktober immer noch erst bei einer halben Stunde, die Dante entspannt alleinebleiben konnte. Wie schon beschrieben hat er als Welpe regelrecht an uns geklebt und auch danach hat sich daran nicht wirklich etwas geändert. Dass es mit einem Xolo nicht einfach werden würde das Alleinebleiben zu trainieren war uns von Anfang an klar – als Wach- und Begleithunde sind sie sehr stark an den Menschen gebunden und noch dazu so sensibel, dass man nicht „einfach mal machen“ kann, wie uns anfangs oft geraten wurde.

Was nun die Ursache dafür ist, dass es mit Dante diesbezüglich so unfassbar schwierig ist, kann ich nicht genau sagen: einerseits ist die Problematik rassebedingt, allerdings spielen sicherlich auch andere Faktoren hinein. Dante ist ja als Welpe zunächst in eine andere Familie gezogen, die ihn aufgrund heftiger Allergie der damaligen Besitzerin nicht behalten konnte. Er musste also schon nach einer Woche zurück, lebte ein paar weitere Tage bei seiner Mutter und den Züchtern und wurde dann, im Alter von 11 Wochen, ein weiteres Mal von ihr getrennt als er bei uns einzog. Ich könnte mir also vorstellen, dass er schon damals einen „Knacks“ bekommen hat und mit Trennungsangst schon sehr früh schlechte Erfahrungen gemacht hat. Hinzu kommt, dass wir als Ersthundebesitzer großen Wert auf eine feste Bindung gelegt haben (die wir ja auch bekommen haben) und bezüglich des Alleinebleibens vielleicht zu vorsichtig vorgegangen sind.

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Enge Bindung? Könnt ihr kriegen. 🙂

Da bin ich mir allerdings nicht sicher und habe ehrlich gesagt nicht das Gefühl, dass wir uns da viel vorzuwerfen hätten, weil wir von Anfang an sehr bewusst auf Dantes und unsere Bedürfnisse geachtet haben und niemals das Gefühl hatten, wir unterfordern ihn diesbezüglich. Es war wirklich nicht leicht, auch nur in einem anderen Raum zu sein und gerade der Schnitt unserer alten Wohnung, die im Prinzip aus drei zusammenhängenden Räumen bestand, hat uns da nicht gerade in die Karten gespielt.

Typisch für einen Xolo ist Dante außerdem ein extrem skeptischer Hund, der zunächst einmal alles Neue unnötig findet. Er lehnt es meistens nicht unbedingt ab, braucht es aber nun mal auch nicht. Sei es die Erfahrung, dass man ruhig die Nase ins Wasser stecken kann, dass das neue Bettchen wirklich unfassbar bequem ist, oder dass das Alleinebleiben eben halb so wild ist, auch wenn es zunächst nach Weltuntergang aussieht. Für Dinge, die er nicht von Natur aus absolut toll findet, braucht er gefühlt 1000 Wiederholungen, um sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen, weil er sehr stur ist – dementsprechend schwierig hat sich also das Training gestaltet.

Die Frage: „Was macht er denn, wenn er alleine ist?“, ist von Anfang an unser ständiger Begleiter gewesen, wenn wir von Dantes Problemen mit dem Alleinebleiben berichten, doch die Antwort fanden Viele leider nicht dramatisch genug: „Er ist gestresst und bellt.“ Wenn wir dann auch noch sagen, dass wir keine direkten Nachbarn haben, das Bellen also niemanden stört, gibt es für die meisten Leute schon keinen Grund mehr, weshalb das Alleinebleiben problematisch sein sollte. Wo ist denn bitte das Problem, wenn er nicht das Sofa zerstört, die Tapete von den Wänden zieht, alle Schuhe zerkaut und die Türen zerkratzt? 😦

Ich sehe das allerdings vollkommen anders, denn für den Hund ist es definitiv ein Riesenproblem! Kein Hund der Welt liebt es alleine zu sein, das liegt als Rudeltier einfach nicht in seiner Natur, aber er kann (und muss für das Zusammenleben mit dem Menschen) lernen, mit dieser für ihn naturgemäß stressigen Situation umzugehen. Ob ein Hund seinem Stress nun durch Bellen, Dinge zerstören, Urinieren oder anderem in dieser Situation problematischen Verhalten Ausdruck verleiht, ist individuell verschieden, jedoch immer gleichermaßen ein Zeichen dafür, dass er mit der Situation nicht angemessen umgehen kann.

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Was auf den ersten Blick vielleicht nicht nach Stress aussieht, ist trotzdem alles andere als entspannt. Man sollte seinen Hund immer genau beobachten…

Kommen wir also zurück zu Dante. Wie oben bereits beschrieben, haben wir das Alleinebleiben von Anfang an sehr kleinschrittig aufgebaut. Wir haben in unserer ehemaligen Wohnung mithilfe eines Welpengitters eine Barriere geschaffen, sodass das Wohnzimmer von den anderen Räumen separiert war. In diesem Bereich – vor allem auf dem Sofa – hielt sich Dante den Großteil des Tages auf und der erste Schritt war es zu üben, dass wir in einem anderen Raum sein können und er in Ruhe weiter schläft. Dieses Ziel zu erreichen hat relativ lange gedauert, weil er lange gebraucht hat, um sich zu entspannen, aber dann war es plötzlich möglich, mehrere Stunden im Arbeitszimmer außerhalb von Dantes Sicht- und Hörweite zu verbringen, ohne dass es ihn interessierte.

Genauso bauten wir das Verlassen der Wohnung auf und haben dabei sehr großen Wert auf die Desensibilisierung der Schlüsselreize gelegt: Schuhe und Jacke an- und ausziehen, Schlüssel vom Haken nehmen, Wohnungstür auf- und wieder zumachen, dasselbe später mit der Haustür, etc. Erst als all das Dante nicht mehr interessiert hat, sind wir länger vor der Tür geblieben: zunächst eine Sekunde, dann drei, zwei, fünf, eine, vier, zwei, fünf, drei, sechs, sieben, vier, drei, eine, fünf, sieben, vier, acht, … Also durchschnittlich immer länger, aber nicht linear, sodass es für Dante keine Rolle spielt, wie lange wir nun weg sind. Er durfte lernen, dass wir immer wieder zurückkommen und dass das Verlassen des Hauses nicht automatisch bedeutet, dass wir lange weg sind. Auf diese Weise haben wir das Training weiter ausgebaut bis Dante 20 Minuten entspannt allein zuhause bleiben konnte – dann sind wir umgezogen und mussten komplett von vorne beginnen.

Die neue Wohnsituation hat uns insgesamt extrem geholfen, war aber zu Beginn der Grund für einen sehr großen Rückschritt. Die Umgebungsgeräusche waren anders, der Schnitt der Wohnung, die Gerüche, der Tagesablauf und nicht zuletzt der Garten und die Tatsache, dass wir die einzigen sind, die hier leben, und es kein Geräusch im Haus gibt, das nicht von uns verursacht wird. All das hat dazu beigetragen, dass Dante insgesamt deutlich ruhiger und entspannter wurde, aber der Weg bis dahin war lang.

Im Oktober, also vier Monate nachdem wir in das Haus gezogen waren, waren wir in unserem Training so weit wie nie – Dante konnte fast eine ganze Stunde allein zu Hause bleiben! Doch dann kam der Tag, an dem aus dem Training der Ernstfall wurde und wieder ging es einige Schritte zurück. Unabhängig davon war jedoch klar, dass wir Dante unmöglich bis zu fünf Stunden alleine lassen konnten, während wir arbeiteten und deshalb holten wir schon im Voraus Hilfe ins Boot: Dantes wundervolle Hundesitterin. ❤

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Mit seiner lieben Hundesitterin kann Dante wunderbar entspannen ❤

Ich habe online und per Aushang gesucht, wollte aber unbedingt jemanden finden, der nicht nur auf einen Hund aufpassen, sondern sich vor allem auf Dante einlassen kann. Er ist nun mal kein „gewöhnlicher“ Hund, deshalb sollte es jemand sein, der keine oder nur wenig Hundeerfahrung, aber ein offenes Herz, viel Empathie und Geduld und eine klare Ausstrahlung hat – gar nicht so einfach zu finden! 😀 Und dennoch ist es uns gelungen und wir sind unfassbar dankbar für unsere liebevolle, flexible, geduldige, charmante, zuverlässige und einfühlsame Hundesitterin. Sie konnte sich voll und ganz auf Dante mit all seinen mehr oder weniger einfachen Eigenheiten einlassen und schon nach wenigen Wochen ist sie zu einer Bezugsperson für ihn geworden, auf die er sich freut und mit der er sich gut entspannen kann. Denn gerade die Entspannung ist unser aktuell größtes Problem.

Ursprünglich war vorgesehen, dass Dante werktags etwa 1-2 Stunden alleine ist, dann zusammen mit unserer Hundesitterin eine entspannte Runde Gassi geht, ein wenig mit ihr auf dem Sofa kuscheln kann und anschließend weitere 1-2 Stunden alleine ist, bis einer von uns nach Hause kommt. Doch leider sieht Dante das vollkommen anders und so ist sie aktuell meistens etwa drei bis vier Stunden da und Dante ist vorher und nachher maximal 45 Minuten alleine. Mit diesem Konzept kommen wir aktuell auch alle gut zurecht, aber auf Dauer soll er etwas länger alleine bleiben können. Zwei bis drei Stunden sollten möglich sein, allein schon aus dem Grund, dass es auch mal zu einem Notfall kommen kann, was wir natürlich nicht hoffen wollen.

Während ich anfangs noch davon ausgegangen war, dass wirkliche Trennungsangst der Grund für Dantes Gebell und Unruhe ist, bin ich mir inzwischen sicher, dass er diese weitestgehend überwunden hat. Warum ich das denke? Weil wir eine Kamera installiert haben. 😉 Sie überblickt beinahe unser gesamtes Wohnzimmer und liefert Bild und Ton, kann Aufnahmen tätigen und ist jederzeit und überall vom Handy aus per App einsehbar. Wir wollten wissen, was genau Dante macht, während wir weg sind und haben deshalb sowohl lange (max. 45 Minuten) als auch kurze Trainingseinheiten videoüberwacht. Das Verlassen des Hauses, das Wegfahren, Parken etc. sind kein Problem mehr – Dante hebt meistens nicht mal mehr den Kopf. Dazu muss ich noch sagen, dass wir ihn grundsätzlich nie alleine lassen, wenn die Erfolgschancen nicht sehr hoch sind. Er ist also immer satt, hat alle Geschäfte erledigt, ist körperlich und geistig ausgelastet und schläft bereits.

Das größte Problem ist also nicht die mangelnde Desensibilisierung der Schlüsselreize oder sein Wach- und Begleithund-Dasein – es ist wieder einmal sein Dickkopf. Obwohl er vorher schläft bekommt er natürlich mit wenn wir gehen, bleibt jedoch meistens noch ein paar Minuten mit gespitzten Ohren liegen, bis er schließlich aufsteht und zu bellen anfängt, ausdauernd und vehement. Anfangs war sein Bellen noch unsicher, eher ängstlich und besorgt, ab und an hat sich auch ein Jaulen untergemischt. Doch schon ein paar Einheiten später hat sich sein Bellen völlig verändert – es ist genervt und unzufrieden. Dante findet die Situation einfach unheimlich blöd und beschwert sich lautstark. Eventuell ist auch ein bisschen warnendes Wachhund-Gebell dabei, aber vor allen Dingen ist es sein Schimpfen. Vor ein paar Wochen hat er sogar einmal mit uns geschimpft, als wir nach Hause kamen, doch ein strenges „Schluss“ hat sofort geholfen.

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Auf diesem Bild kann man sehr gut erkennen, was Dante davon hält, alleine zu sein… 😦

Dank der Kamera können wir nicht nur sehen wann und wie er bellt, sondern wir mussten auch feststellen, dass er sich nicht mehr hinlegt, wenn er einmal aufgestanden ist. Auch verschiedene Kauartikel zur Beruhigung oder Ablenkung haben nicht geholfen – wenn er gestresst ist, widmet er sich diesen nur halbherzig, wenn überhaupt. Diesbezüglich ist er leider ohnehin sehr unselbständig, weil wir einen großen Teil unserer Zeit zuhause mit ihm auf dem Sofa verbracht haben, denn bis vor zwei Wochen hatten wir leider keinen Tisch – außer unseren Schreibtischen natürlich, aber da verbringen wir keine Freizeit. Um Dantes Selbständigkeit bezüglich des freiwilligen Aufsuchens von eigens gewählten Schlafplätzen zu stärken, haben wir also umgehend Maßnahmen ergriffen, die schon nach wenigen Wochen große Wirkung zeigen.

Eine dieser Maßnahmen ist unser neuer Esstisch. Wenn wir daran sitzen – was wir nun mehrmals täglich und nicht nur zum essen tun – ist Dante absolut unsichtbar. Egal was er macht, wir ignorieren ihn komplett und vermeiden Augenkontakt, sodass er sich mit sich selbst beschäftigen muss. Die ersten Male hat er verständnislos und empört gemeckert und sogar einmal versucht, bei jedem von uns auf den Schoß zu klettern, aber schon am dritten oder vierten Tag hatte er das Spiel verstanden und sucht sich inzwischen selbst eine Beschäftigung. Meistens kaut er etwas und legt sich dann schlafen. ❤

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Ohne Tisch muss man „leider“ viel Zeit auf dem Sofa verbringen – alles hat Vor- und Nachteile!

Eine zweite Maßnahme ist seine neue Kuschelhöhle, die ebenfalls seit ein paar Wochen im Wohnzimmer steht. Wir haben uns für eine Höhle entschieden, weil Dante am liebsten zugedeckt schläft und wenn er dort hineinkriecht, kann er sich ganz einfach selbst zudecken. Jede Orientierung dahin wird ruhig belohnt, ab und zu ist ein toller Kauartikel drin und sie ist sein Ruheort. Wenn er also in oder auf der Höhle liegt ist er für uns unsichtbar. Wenn wir also beispielsweise Gassi gehen wollen und Dante möchte nicht raus (was bei der aktuellen Witterung öfter der Fall ist), lassen wir ihn vollkommen in Frieden und er kann weiter schlafen.

Im Zuge dessen haben wir außerdem das Welpengitter aus unserer Wohnung entfernt. Bis vor kurzem durfte Dante sich nur im Wohnzimmer aufhalten, wenn er alleine war, aber inzwischen steht ihm die gesamte Wohnung zur Verfügung, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass er seinen Schlafplatz gerne wechselt und dass er ruhiger ist, wenn alles wie immer ist und er überall hingehen kann. Nur aus dem Fenster schauen darf er nicht, weil er sich dann zu sehr aufregt und jeden Vogel und jedes Blatt verbellen will.

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Auch Dante sieht langsam ein, dass seine Höhle wirklich toll ist 😀

All das betrifft zwar nicht unmittelbar das Alleinebleiben, hat aber großen Einfluss auf das Gelingen. Nach nunmehr sechs Wochen mit unserer Hundesitterin, mit Esstisch, Kuschelhöhle und allem was dazugehört bellt Dante zwar immer noch, wenn er alleine ist, doch es ist im Gegensatz zum Anfang schon deutlich weniger geworden. Er ist nun mal ein sehr sturer Hund und es wird wohl noch lange dauern bis er dieses Verhalten einstellt. Wenn wir nicht da sind, können wir es ja leider nicht beeinflussen, doch wir tun unser Bestes, um die Voraussetzungen und Bedingungen zu optimieren. Alles andere müssen der Alltag und die Routine lösen, denn so wie ich Dante inzwischen kenne, kommt es bei ihm auf die ständige Wiederholung an. Der Tag wird kommen, an dem er das Alleinebleiben in gewissem Maße als Teil seines Alltags akzeptieren wird und bis dahin heißt es einfach weiter dranbleiben. Seit ich weiß, dass er aus Unbehagen und Sturheit bellt und nicht aus Angst geht es mir damit schon wesentlich besser. Natürlich ist die Situation nach wie vor stressig für ihn, doch ich merke auch an seinem sonstigen Verhalten und an der grundsätzlichen Entspannung im Alltag, dass es sich um verhältnismäßig geringen, bzw. tragbaren Stress handelt, der mithilfe der Routine abnehmen wird und irgendwann der Sicherheit weicht.

Für diejenigen, die mit ihrem Hund vielleicht eine ähnliche Problematik haben, kann ich zusammenfassend zwei Dinge sagen, die hoffentlich helfen: es reicht nicht aus, „nur“ das Alleinebleiben zu üben, sondern man muss den Alltag und das Verhalten des Hundes ganzheitlich betrachten und im Rahmen dessen Möglichkeiten schaffen, das Alleinebleiben zu erleichtern. Und man darf auf keinen Fall aufgeben! So kleinschrittig wie nötig, so kontinuierlich wie möglich trainieren lautet hier die Devise. Und niemals aus den Augen verlieren, wie unfassbar toll der eigene Hund ist und was er alles kann und leistet! 😀

Nachtrag vom 11.03.19:

Seitdem ich diesen Artikel geschrieben habe sind inzwischen drei Monate vergangen und ich kann voller Stolz berichten, dass wir es endlich geschafft haben! Dante bleibt mittlerweile verlässlich bis zu 3 Stunden alleine, wenn wir arbeiten, manchmal auch auf zwei Einheiten pro Vormittag verteilt, zwischen denen unsere Hundesitterin ihm Gesellschaft leistet. 🙂 Sie geht seit Anfang des Jahres nicht mehr mit ihm spazieren, sondern ist einfach nur da. Vor der Arbeit geht mein Mann eine gute halbe Stunde mit Dante raus, danach gibt es Frühstück und der nächste Spaziergang steht erst gegen 14Uhr an, wenn einer von uns nach Hause kommt.

Zu diesem neuen, routinierten Tagesablauf kommt hinzu, dass Dante inzwischen doch aus allen Fenstern schauen darf, weil wir festgestellt haben, dass diese Beschäftigung ihn beruhigt, wenn er nicht entspannt genug zum Schlafen ist. Er schläft also auf dem Sofa oder ruht auf unserem Bett, wenn wir nicht da sind. Er bellt auch nur noch, wenn die Post kommt, der Rest der Welt darf passieren. 😉

Als nächstes wollen wir nach und nach üben, dass Dante auch nachmittags und am Abend bei Bedarf entspannt allein sein kann. Das muten wir ihm natürlich nicht zu, wenn er bereits vormittags auf unsere Anwesenheit verzichten musste, aber ich freue mich schon darauf, nachmittags auch mal wieder ohne Dante in den Stall fahren zu können, auch wenn mein Mann nicht da ist oder vielleicht tatsächlich eines Tages nochmal ins Kino gehen zu können. 😀 Diese Ziele kommen mir mittlerweile allerdings durchaus realistisch vor und ich bin mir sicher, dass auch dieser Tag kommen wird.

7 Kommentare zu „Allein allein…

Gib deinen ab

  1. Liebe Jana, Mal wieder hast Dudas Thema sehr gut beschrieben und in der Tat ist es auch bei Dukiii schwierig. An manchen Tag ist er cool und an anderen Tagen rieche ich schon den körperlichen Stress, den er hatte, beim Betreten der Wohnung. Aber ich denke auch, mit der sanften Methode und der tollen Hundesitterin wird es in Zukunft immer besser werden. Im Moment ist Duke wieder mal, Gott Xolotl sei Dank, in der lernwilligen Phase und wir kommen in diesem Thema weiter. Vor einigen Tagen hat er 2,5 h geschafft, zwei Tage später nur eine Stunden und überall waren kleine Pippptröpfchen, ja ich bin eine Petze, sorry, in der Wohnung verteilt. Ich schätze aber, das war eher Stress als Markieren oder Protest. Er war auch kreuzunglücklich darüber, obwohl ich gar nichts gesagt hatte oder sauer war. Aber wir üben weiter.
    Jetzt übersende ich erstmal schöne Feiertage und wir sehen uns im neuen Jahr, liebe Grüße an Dich, alle Deine Zwei- und Vierbeiner. ❤ Meggy und Dukiii schickt uach ein paar Bussis xxxxx

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    1. Liebe Meggy, jetzt endlich schreibe ich dir, ich bin manchmal wirklich etwas lahm… Vielen lieben Dank fürs Mitfiebern und Verständnis haben und für deine Beiträge! Ich freue mich für euch, dass auch Duke diesbezüglich gerade Fortschritte macht und ich weiß nicht ob ich es dir schon mal gesagt habe, aber es entlastet mich sehr, dass Dante kein „Sonderfall“ ist und dass es hier jemanden gibt, der versteht wie schwierig es sein kann, einem Hund das Alleinebleiben beizubringen. ❤️
      Ich platze vor Stolz wenn ich dir berichte, dass Dante heute 2,5 Stunden alleine war und zum ersten Mal völlig entspannt die ganze Zeit verschlafen hat! 😍🎉 Es wird noch sehr viel Training nötig sein, aber endlich sehe ich einmal ganz deutlich, dass es sich auszahlt. Es ist so ein unbeschreiblich schönes Gefühl nach Hause zu kommen und auf dem Bett von meinem verschlafenen Hund begrüßt zu werden. 🤗🐾 Ich wünsche euch weiterhin alles Gute für das Training und ganz viele großartige Erfolgserlebnisse!

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  2. Danke für die ausführlichen und dadurch gut nachvollziehbaren Überlegungen wie die Vorbereitungen für ein längeres Alleinbleiben aussehen könnte.
    Ihr habt Euch wirklich gründlich überlegt wie diese Zeit der persönlichen Abwesenheit überbrückt werden kann, faktisch und gefühlsmäßig geht es nicht besser.
    Diese vorbildliche Planung hat uns angeregt, unsere Situation ab 4. Februar 2017 als Elana in die Wiener Wohnung einzog zu reflektieren. Wir waren uns einig, Elana soll im Wohnzimmer neben meinem Schreibtisch das Bett haben. Da der Welpe in den ersten Wochen ungefähr jede 3. Stunde Ausgang benötigte waren die Nächte eine Herausforderung. Ab der 4. Woche war es möglich, bei einem letzten Ausseneinsatz rund um Mitternacht erst wieder um ca 6:00 Uhr morgens die erste Gassirunde zu machen. Elana hat 6 Stunden durchgeschlafen – zumindest zimmermäßig von uns getrennt.
    Das bellen bei Dante kann ich mit Elana nicht vergleichen, in der Wohnung gibt sie nur hundeuntypische Laute von sich; es hört sich teilweise an wie das quietschen eines Meerschweinchens, das hundetypische knurren hört sich eher wie das schnurren eine Katzen an. Aber bellen kann sie und wie! In der Hundezone wenn ihre Spielaufforderung erfolglos bleibt oder wenn ein Hund den sie gar nicht mag bei ihr schnuppern möchte.
    Die Sturheit der Xolos dürfte eine Wesenseigenschaft ohne Ausnahme sein. Vielleicht kann es durch laufende positive Bestärkung und Förderung gemildert werden; mir ist es bis jetzt nicht gelungen.
    Mit unserer Züchterin war ich in der Welpenzeit relativ häufig im Kontakt und ich kann mich noch u. a. an eine ihrer Aussagen gut erinnern: Elana hat vier Geschwister und sie sind im Wesen sehr verschieden.
    Abschließend wünschen wir Euch alles Gute – auch wissend, dass ein Umzug Stress pur ist wobei die Zweibeiner die alles zu organisieren haben noch um einiges mehr in Anspruch genommen werden.
    Wir wünschen Euch noch schöne und erholsame Tage und für das neue Jahr Gesundheit und viel Freude, vor allem mit Dante und Donar.
    Carmen und Sigmar

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    1. Lieber Sigmar, liebe Carmen,
      mir ist eben aufgefallen, dass ich euch tatsächlich noch nicht geantwortet habe und das tut mir sehr leid, denn ich habe mich sehr über eure Nachricht gefreut! Es ist wirklich ein Kraftakt, aber ich kann aus tiefstem Herzen sagen, dass es sich lohnt! Ich habe gestern vorgestern einen Nachtrag zu diesem Blogbeitrag formuliert und bin wirklich glücklich, dass der ganze Aufwand endlich Früchte trägt.
      Es stimmt, die Sturheit der Xolos ist unvergleichlich, deshalb kann man meiner Erfahrung nach nie dagegen, sondern immer nur unter Rücksicht auf diese und mit dem größeren Dickkopf arbeiten. 😉
      Diese absurden hundeuntypischen Laute kenne ich auch, die sind herrlich! Dante ist insgesamt auch sehr verbal und bellt nur wenn er anschlägt, manchmal im Spiel und eben als Protest beim Alleinebleiben, wobei das ja zum Glück der Vergangenheit angehört. Ein sehr beeindruckendes Bellen, richtige Wachhunde eben.
      Danke nochmal für euren ausführlichen Beitrag und ich freue mich, dass mein Text bei euch etwas bewegt hat, das ist ein tolles Kompliment! 🙂
      Alles Liebe und Gute für euch drei und liebe Grüße,
      Jana

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