Auf ein Neues!

Ein Frohes Neues Jahr 2019! Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen einen Jahresrückblick über mein erstes vollständiges Kalenderjahr mit Hund zu schreiben, doch dabei ist mir aufgefallen, dass ich irgendwie gar kein großes Bedürfnis danach hatte. 😉 Durch diesen Blog, den ich seit Februar 2018 schreibe, und durch meinen Instagram Account (@xolomaycry) habe ich das Gefühl, alles was mir wichtig ist und was sich vor allem in Dantes Entwicklung während der letzten Monate getan hat, gut dokumentiert zu haben. Ich erinnere mich gern an alles, was wir schon zusammen erlebt haben und ich bin richtig stolz, auf den jungen, fast erwachsenen Hund, den ich an meiner Seite habe. ❤

Deshalb habe ich mich dazu entschieden, eine Art Fazit über unsere bisherigen Trainings- und Erziehungsansätze, gepaart mit einigen Leitzielen und Vorsätzen, die mir hoffentlich dabei helfen, meine Zeit noch achtsamer, dankbarer und glücklicher wahrnehmen zu können, zu verfassen. Oft geht es mir so, dass ich kaum oder gar nicht dazu komme, unsere gemeinsamen Erlebnisse richtig zu verarbeiten und zu reflektieren. Jeden Tag passiert so viel Neues, hauptsächlich schöne Dinge, aber sich im Nachhinein an all die kleinen, glücklichen Momente zu erinnern, ist nicht immer leicht und leider auch nicht immer möglich, gerade wenn ein größeres belastendes oder schwieriges Ereignis alles andere überschattet.

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Ich bin schon gespannt, wie sich meine Wahrnehmung durch das Dog Journal verändern wird…

Für die Zukunft, nicht nur für das neue Jahr, habe ich mir deshalb vorgenommen, meine besonders glücklichen Erlebnisse – insbesondere mit meinen Tieren – bewusster wahrzunehmen. Aus diesem Grund habe ich damit angefangen für die nächsten sechs Monate ein Dankbarkeitstagebuch für Hundehalter*innen zu führen, das Dog Journal, das die Hundetrainerin Ulrike Seumel letztes Jahr entworfen hat. Mein erster Eindruck ist auf jeden Fall sehr positiv: es regt zum dankbar sein und reflektieren an, bietet dafür einen klaren, kleinen Rahmen, der jedoch auch Raum für viel mehr bietet, wenn man denn mehr möchte. Ich werde in einem halben Jahr berichten, wie es mir damit ergangen ist, und ob sich in Dantes und meinem Alltag dadurch etwas (hoffentlich nur zum Positiven) verändert hat.

Des Weiteren möchte ich dieses Jahr noch mehr als zuvor auf mein Bauchgefühl hören, weil ich die Erfahrung machen durfte, dass ich damit eigentlich immer richtig liege. In den vergangenen Wochen sind mir immer deutlicher einige Erziehungsfehler aufgefallen, die wir bei Dante gemacht haben und die uns bei einem zweiten Hund bestimmt nicht mehr passieren würden. Beispielsweise würde ich Dante im Haus viel mehr sich selbst überlassen als wir es in seiner Welpenzeit getan haben. Er war früher so hibbelig und unruhig und hat es nur wenn er sehr erschöpft war geschafft, auf seinem Ruheplatz liegen zu bleiben.

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Das kleine Nachtgespenst mal wieder auf Wanderschaft 😀

Fast immer hat er unsere Hilfe gebraucht, wir haben ihn oft gefühlte tausend Mal am Tag auf seinen Platz zurück gebracht, wenn er einfach nicht zur Ruhe kam und das ist definitiv etwas, das ich heute anders machen würde. Mein Erziehungsfokus würde immer noch auf Ruhe und Entspannung liegen, aber ich würde sie ihn viel stärker aktiv selbst erarbeiten lassen so wie wir es jetzt beispielsweise tun, indem Dante „abgemeldet“ ist, wenn wir am Esstisch sitzen. Diese Zeiten kann man nach und nach ausdehnen und auch auf andere Bereiche, zum Beispiel den Schreibtisch, übertragen. Seit wir das so handhaben ist Dante im Haus so ruhig und selbständig wie nie zuvor.

In diesem Zusammenhang würde ich ihn auch von Anfang an im Bett schlafen lassen. ❤ Inzwischen darf er das uneingeschränkt, sowohl nachts mit uns als auch tagsüber allein und das hat gleich zwei Vorteile: zum einen ist ein für ihn besonders behaglicher Ruheort dazu gekommen, den er sich selbst ausgesucht hat und den er oft und gerne aufsucht. Zum anderen kann er bezüglich Kontaktliegen und Nähe zu uns die ganze Nacht über „auftanken“, was uns allen gut tut und ihm tagsüber zu deutlich mehr Selbständigkeit verhilft.

Ich würde ihn außerdem von Anfang an BARFen, weil die Resultate absolut für sich sprechen, wie man in meinem Beitrag „Das BARF doch nicht wahr sein!“ gut nachlesen kann. Auch in diesem Punkt habe ich viel zu lange nicht auf mein Bauchgefühl gehört, sonst hätte ich mich nicht verunsichern lassen und schon viel früher nach diesem Konzept gefüttert. Wer sich dafür interessiert, findet auf dem Barf-Blog umfassende und gut recherchierte Informationen zum Thema.

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Hund im Bett?! Für mich inzwischen ein wundervoller Luxus ❤

Was wir hingegen von Anfang an richtig gemacht haben, waren die sehr gründliche Sozialisierung, der Bindungsaufbau zwischen Dante und uns, seine Integration in unsere Familien, die Grunderziehung, der Rückruf, die Signale, die wir eingeführt haben, sein Umgang mit allem Essbaren und mit Spielzeug, der Fokus auf Ruhe und Entspannung statt auf körperlicher Auslastung und die ausgewogene Mischung aus physischer und mentaler Aktivität. Grundsätzlich könnte ich mit ihm kaum zufriedener sein und das, was aus verschiedensten Gründen (noch) nicht funktioniert, habe ich entweder fürs Leben gelernt oder kann zukünftig mit ihm daran arbeiten.

Zu den Punkten, die definitiv noch Einiges an Training benötigen, gehört auf jeden Fall Dantes Reaktion auf die Klingel. Als Wachhund schlägt er laut und durchdringend an und ist in der Regel erst dann still und nicht mehr in Alarmbereitschaft, wenn es Freunde oder Verwandte sind. Den berüchtigten Postboten, dessen Auto schon fünf Häuser weiter mürrisches Gebrummel bei Dante verursacht, oder noch schlimmer: Handwerker, die ganz selbstverständlich rein- und rausspazieren, kann er nicht ausstehen.

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So soll ich neuerdings Besuch begrüßen? Na, ich weiß ja nicht…

Und aus seiner Sicht verstehe ich auch warum, aber es wird nun mal immer wieder vorkommen. Er bellt auch nicht durchgängig, wenn sich einer von uns der Sache annimmt, aber grummelig ist er schon, wenn er sich den „Eindringling“ nicht näher ansehen kann. Wir fragen in der Regel, ob die betreffende Person etwas dagegen hat, dass Dante ihn oder sie beschnuppern darf und da die allermeisten Leute neugierig sind und ihn aus nächster Nähe sehen wollen, hat kaum jemand was dagegen. Zu 95% hat Dante dann auch nichts mehr gegen die Person, aber es kam auch schon vor, dass er jemanden einfach nicht riechen kann und dann schlägt er eben erneut an. Wie gesagt, alles nicht schlimm und aus Hundesicht völlig nachvollziehbar, trotzdem möchte ich dieses Jahr gerne versuchen ihm beizubringen, dass er beim Geräusch der Klingel kurz anschlägt und dann auf den Teppich im Wohnzimmer geht, um abzuwarten. 😉

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Ist ein anderer Hund in Sicht werden die Flügel ausgepackt!

Zwei weitere Baustellen sind natürlich das Alleinebleiben, über das ich in meinem letzten Blogbeitrag „Allein allein…“ bereits berichtet habe und die Sichtung anderer Hunde im Freilauf. Wenn Dante ohne Leine unterwegs ist und irgendwo am Horizont ein anderer Hund in Sicht ist, rennt er sofort hin und schaltet komplett auf Durchzug. Das ist teilweise wirklich anstrengend, weil wir JEDEN Hund vor ihm sehen und ihn anleinen müssen, sonst ist er weg. Er würde dabei keiner Fliege was tun, die meisten Hunde bellt er kurz an, manche beschnuppert er anschließend, andere fordert er zum Spielen auf, selten versucht er sie fernzuhalten. Trotzdem ist dieses Verhalten unangenehm bis gefährlich und ich möchte daran arbeiten, dass wir diesbezüglich deutliche Fortschritte erzielen.

Ganz allgemein möchte ich weiterhin für viele Anregungen und Lösungen offen sein, sowohl was Dante als auch was mein Training mit Donar betrifft, möchte dabei aber immer deutlicher und klarer meinen eigenen Weg gehen und mich nicht blenden oder „bequatschen“ lassen. Beides passiert mir zum Glück sowieso nur sehr selten, weil ich wann immer möglich bereits auf mein Bauchgefühl und vor allem auf meine Tiere höre. Sie sagen mir ziemlich deutlich, was gut ist und was nicht. 😉

Obwohl der erzieherische Grundstein also solide gelegt ist, gibt es Einiges, das im neuen Jahr auf uns zukommt und das ich erwartungsvoll angehen möchte. Es wird bestimmt nicht langweilig und ich hoffe, dass ich am Ende des Jahres die oben genannten Punkte „abhaken“ oder zumindest eine deutliche Verbesserung verzeichnen kann. Ansonsten heißt es weiterhin Augen und Herzen auf und jeden Moment mit meinen Liebsten genießen – auf dass wir noch lange, lange zusammen sind, gesund bleiben, lernen, lieben, lachen und wachsen können.

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Das etwas andere weihnachtliche Familienportrait 😉

Ein Kommentar zu „Auf ein Neues!

Gib deinen ab

  1. Hallo Ihr Lieben 🙂
    Schöner Blogbeitrag, und schönes neues Jahr!
    Für das Rückkommtraining bei Sichtung von Hund und Mensch in der Ferne habe ich einen Tipp für Euch der eventuell auch bei Dante funktionieren könnte. Sehe ich rechzeitig das uns ein Hund oder Menschen entgegenkommt rufe ich unsere 2 gleich zu mir, lasse sie noch eine Weile bei Fuß laufen, lasse sie dann absitzen mit Bleibkommando und leine sie dann ganz in Ruhe an. Dafür gibt es kein Leckerchen, da es um Aufbau von Sicherheitsgefühl geht, und das wird ausschließlich mit Sicherheit (die Leine) belohnt.
    Sehe ich nicht rechzeitig das Jemand / etwas Interessantes des Weges kommt – und die beiden starten bereits durch gebe ich das Rückkommsignal mit unserer kleinen Hirschhornpfeife. Diese ist ausschließlich für wirklich wichtige Kommandos reserviert.
    Das funktioniert wirklich super. Sie lieben die Pfeife und haben von Anfang an darauf sehr gut gehört (natürlich mit Einweisungstraining).Die beiden bremsen quasi mit qualmenden Pfoten, und kommen sofort zurück zu mir.
    Dafür gibts dann auch sofort eine Belohnung.
    Vielleicht inspiriert Euch das ja.
    Wir wünschen Euch jedenfalls das ALLE Eure Wünsche sich erfüllen, und es ein positives, kraftvolles, und WUNDERvolles Jahr 2019 wird.
    Herzlichst, die 4 Musketiere von Usedom.

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